Idee

ÜBER WASSER GEHEN —
Neue Kunst am Fluss Seseke und ihren Zuflüssen 2013

Das Zusammentreffen zweier Ereignisse, der Umbau der Seseke vom offenen Abwasserkanal zum renaturierten Fluss und die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, war der Anlass zu einem spannenden Kunstprojekt an den Ufern der Seseke und ihrer Zuflüsse im nordöstlichen Ruhrgebiet. Im Sommer 2010 wurde das Kunstprojekt ÜBER WASSER GEHEN durch den Lippeverband in Kooperation mit den Anrainerstädten Lünen, Bergkamen, Kamen, Bönen, Dortmund, Unna und dem Kreis Unna erfolgreich durchgeführt. International arbeitende Künstlerinnen und Künstler wie Winter / Hörbelt, Bogomir Ecker, Susanne Lorenz oder Thomas Stricker sind auf neue, experimentelle Weise in den Prozess des Umbaus eines Gewässersystems eingebunden worden. Die künstlerischen Interventionen wurden so Teil des ökologischen Umbauprozesses.Die Seseke und ihre Zuläufe konnten sich mit einer spannenden Kunstroute präsentieren, an der acht dauerhafte und vier temporäre Installationen zu neuen Sichtweisen und intensiven, zum Teil auch diskursiven Auseinandersetzungen mit der neuen Landschaft aufforderten. ÜBER WASSER GEHEN war damit eines der bedeutenden Projekte zur Kunst im Öffentlichen Raum im Kulturhauptstadtjahr.

Die positive Resonanz hat alle Partner veranlasst, das Projekt fortzuführen. Mit Urbane Künste Ruhr und dem Regionalverband Ruhr wurden neue Kooperationspartner gewonnen. Kuratorin ist weiterhin Billie Erlenkamp, die konzeptionell die Fortsetzung des Projektes unter das Motto „land gewinnen“ gestellt hat. Im Fokus stehen dabei der Transformationsprozess des inzwischen komplett umgebauten Gewässers sowie Strategien zur Aneignung und aktiven Teilhabe an den neuen Ufern.

ÜBER WASSER GEHEN —
land gewinnen

Auch bei der Fortsetzung des Projektes ÜBER WASSER GEHEN wird der Prozess der Neuformung und Neunutzung der Landschaft mit Positionen der zeitgenössischen Kunst verknüpft. Das von einem engagierten Netzwerk von Kooperationspartnern getragene Projekt nutzt die Gelegenheit, zeitgenössische Landschaftsgestaltung unter künstlerischen Gesichtspunkten zu diskutieren und in interdisziplinären Kooperationen mit Künstlern, Architekten, Landschaftsplanern, Ingenieuren, Ökologen etc. umzusetzen.
Die Ufer der Seseke waren über Jahrzehnte abgezäuntes Niemandsland, das Betreten verboten. Als Raum waren sie ausgeblendet aus der Wahrnehmung und weiße Flecken in der Landschaft. Mit dem wasserwirtschaftlichen und ökologischen Umbau hat sich dies verändert. Das Abwasser wird seither in unterirdischen Kanälen geführt, die Zäune sind abgebaut, das ökologisch verbesserte Gewässer lässt sich erleben, der Raum öffnet sich. Er präsentiert sich zunächst als jungfräuliche Fläche, die langsam besiedelt wird von Pflanzen und Tieren. Doch wie werden sich die Menschen den neuen Raum aneignen? Wie können die neuen Ufer auch ein Landgewinn für die Bewohner und Besucher der Region sein? Diesen Fragen haben sich die eingeladenen Künstler für 2013 gestellt. Die Entwürfe zielen auf neue Zugänge und die Rückeroberung des ehemals gemiedenen Raums. Sie thematisieren weiterhin auch Aspekte des Umbaus und die Ambivalenz zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Sie führen die Reihe von Kunstwerken fort, die den Dialog und die Auseinandersetzung mit dem Wandel von Industrie- zur Kulturlandschaft inspirieren und vertiefen.

Das Projekt „ÜBER WASSER GEHEN“ findet in Kooperation der sechs beteiligten Städte, Lünen, Bergkamen, Kamen, Bönen, Unna, Dortmund, dem Kreis Unna, dem Regionalverband Ruhr, den Urbanen Künsten Ruhr und dem Lippeverband statt.

ÜBER WASSER GEHEN —
ein Gemeinschaftsprojekt

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