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Bureau Baubotanik
Stuttgart, Deutschland

Wachsender Steg

Der wachsende Steg ist eine baubotanische Konstruktion aus Stahl und lebenden Roteichen (Quercus rubra). Die jungen Bäume werden in den kommenden Jahrzehnten untereinander verwachsen und die weiß lackierten Stahlteile „überwallen“, sodass durch das Wachstum, der Bäume tragfähige Verbindungen entstehen. Bis dies der Fall ist, und die Roteichen stabil genug sind, um die gesamten Lasten des Stegs zu tragen, wird er von den temporären Stützen aus verzinktem Stahl getragen, die dann entfernt werden können. Im Laufe von vielen Jahren entsteht so ein lebendes Bauwerk.

Der wachsende Steg verbindet Kunst, Technik und Natur anschaulich und zeigt eine architektonische Zukunftsvision im Umgang mit Ökosystemen und urbanen Räumen. Als Aussichtspunkt an der neuen Seseke setzt er auch ein Zeichen zur Rückeroberung ehemaliger Meideräume.


Lehr- und Forschungspark

Die Forschung in diesem Park konzentriert sich auf die Verwachsungs- und Überwallungsfähigkeit unterschiedlicher Baumarten. Hier kann über Jahre beobachtet werden, wie sich einzelne Bäume für baubotanische Konstruktionen eignen, wie unterschiedlich schnell sie die weiß lackierten Stahlteile „überwallen“ und wie unterschiedlich sie sich in ihrer Standfestigkeit entwickeln.

Die in Reihen angeordneten Baumarten sind (von Ost nach West) Trauerweide (Salix alba tristis), Hängebirke (Betula pendula), Esche (Fraxinus excelsior), Platane (Platanus acerifolia), Bergahorn (Acer pseudoplatanus). Zwischen den Reihen dieser Vergleichsbaumarten ist je eine Reihe an Roteichen (Quercus rubra) gepflanzt. In den kommenden Jahren werden wissenschaftliche Untersuchungen mit den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Kamen durchgeführt und dokumentiert. Sie ist Kooperationspartnerin bei diesem Projekt.

Hannes Schwertfeger

  • 1996 – 2004

    Architekturstudium an der GHK Kassel, der Universität Stuttgart, der TU Delft (Niederlande) und der UNAM (Mexiko-Stadt)

  • 2000 – 2004

    Stipendiat des Ev. Studienwerks

  • 2004

    Diplom an der Universität Stuttgart zur Monumentalität in der Moderne

  • seit 2004

    Mitglied bei NMA

  • seit 2006

    Planung und Realisierung von Projekten mit lebenden Tragwerken sowie Entwicklung der Bauweise Baubotanik

  • 2007

    Entwicklungsgesellschaft für Baubotanik mit O. Storz und F. Ludwig

  • seit 2007

    Promotionsarbeit zur Baubotanik als prekäre Architektur bei Prof. Dr. Gerd de Bruyn, Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen (Igma), Universität Stuttgart

  • seit 2007

    Mitglied der Forschungsgruppe Baubotanik am Igma

  • 2007 – 2010

    Promotionsstipendiat des Ev. Studienwerks

  • 2008 – 2010

    akad. Mitarbeiter am Igma, Universität Stuttgart

  • seit 2010

    Bureau Baubotanik gemeinsam mit Oliver Storz




Oliver Storz

  • 2000 – 2006

    Architekturstudium an der Universität Stuttgart und der TU Delft (Niederlande)

  • seit 2004

    Planung und Realisierung von Projekten mit lebenden Tragwerken sowie Entwicklung der Bauweise Baubotanik

  • seit 2004

    Mitglied bei NMA

  • 2005

    TGU Baubotanik in der TTI Stuttgart GmbH gemeinsam mit Ferdiand Ludwig

  • 2006

    Diplom an der Universität Stuttgart zum Thema “Baubotanik – lebende Bauten”

  • 2007

    Entwicklungsgesellschaft für Baubotanik mit H. Schwertfeger und F. Ludwig

  • seit 2007

    Promotionsarbeit über die Untersuchung von Wachstumsprozessen baubotanischer Tragstrukturen bei Prof. Dr. Jan Knippers am Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (ITKE), Universität Stuttgart und Prof. Dr. Thomas Speck (Plant Bio- mechanics Group, Botanischer Garten der Universität Freiburg)

  • seit 2007

    Mitglied der Forschungsgruppe Baubotanik am Igma

  • 2007 – 2010

    Stipendiat des Promotionsstipendienprogramms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

  • seit 2010

    Bureau Baubotanik gemeinsam mit Hannes Schwertfeger

  • 2010 – 2011

    Lehrtätigkeit am ITKE, Universität Stuttgart







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