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Mit dem Fahrrad auf den Spuren des Landschaftswandels

Ein Kormoran, der am Bachufer die wärmende Sonne genießt. Ein wunderschön blaugrün glänzender Eisvogel fliegt über die Wasseroberfläche. Ein mitten in der Flussaue zur Statue erstarrter Graureiher. Beobachtungen wie diese lassen sich nach dem naturnahen Umbau der Gewässer immer häufiger in der neuen Flusslandschaft an der Seseke und ihren Nebenläufen machen. Noch wertvoller werden sie, wenn man an Ort und Stelle auch gleich noch ein paar interessante Details zur Flora und Fauna und zur umgebenden Landschaft erfahren kann. Kein Wunder also, dass unsere geführten Fahrradexkursionen zum Landschaftswandel und zur Ökologie der Seseke 2013 wieder ganz schnell ausgebucht waren.

Unter der fachkundigen Leitung von Landschaftsplaner Hermann Hofmann (Lippeverband) und Biologe Dr. Götz Loos (Geografisches Institut der Ruhr-Uni Bochum) starteten die Rundtouren am Bahnhof in Kamen oder Bönen. Bevor es losging, wurde die Route entlang von Körne, Massener Bach, über Heeren-Werve zum Hochwasserrückhaltebecken in Bönen-Bramey und entlang der Seseke besprochen und an die Wünsche und besonderen Interessen der jeweiligen Teilnehmer angepasst. Besonders spannend war es, die unterschiedlichen Phasen der Gewässerentwicklung einmal direkt in der Natur zu erleben. Denn rund zehn bis 12 Jahre dauert es, bis sich ein neues Ökosystem komplett ausgebildet hat.

Am Massener Bach wurde daher an einem Abschnitt haltgemacht, der sich bereits seit mehr als 12 Jahren entwickeln konnte. Hier haben sich schon waldähnliche Strukturen aus Eschen, Erlen und Weiden ausgebildet – unter den Schatten spendenden Kronen der Bäume lichten sich die Sträucher wieder aus. An der Körne gibt es Bereiche mit starker Verbuschung zu sehen, die sich nach ca. acht Jahren zeigt. Während dieser Phase ist aus Gründen des Hochwasserschutzes dann in manchen Bereichen zeitweise ein Freischneiden nötig. Als Beispiel für einen gerade erst fertiggestellten naturnahen Umbau wurde der Heerener Mühlbach angesteuert.

Die Teilnehmer erfuhren zudem einiges über die Gewässergüte, deren Bestimmung anhand von Makroorganismen – kleinen Lebewesen, die auf der Gewässersohle leben – erfolgt. Wasserproben an verschiedenen Stellen zeigten die Unterschiede. So finden sich im Massener Bach schon die anspruchsvollen Köcherfliegen. Ein deutliches Indiz für die gute ökologische Qualität des Gewässers.

Auch die Technik kam bei den Fahrradtouren nicht zu kurz: Mit Bildern wurden die Historie und die Transformation vom Abwasserkanal zum naturnahen Gewässer illustriert. Auf großes Interesse stieß jedes Mal das Thema Regenwasserbehandlung, über das die Radlergruppen am neuen Hochwasserrückhaltebecken in Bönen-Bramey angeregt diskutierten.

Für 2014 sind weitere Touren geplant. Sobald die Termine stehen, finden Sie alle Informationen dazu unter Entdecken/Termine auf dieser Website.