Dialog

Alle ins Boot holen —
Umbau im Dialog

Der Umbau ganzer Gewässersysteme greift tief in die Strukturen einer Region ein. Erfolgreich kann ein solches Projekt daher nur sein, wenn es von allen Beteiligten getragen wird. Diese Zusammenarbeit jenseits allen Kirchturmdenkens hat sich seit Gründung der Sesekegenossenschaft 1913 bewährt und prägte auch den Seseke-Umbau durch den Lippeverband. Städte, Gemeinden, Bergbau, Industrie und nicht zuletzt die Bürger wirken im aktiven Dialog bei der Umgestaltung ihres Lebens- und Arbeitsraums mit. Der Dialog vor Ort durch Information, Feste, Kultur- und Bildungsprojekte hat dabei die Aufgabe, die Bürger am Umbauprojekt zu beteiligen und ihre Identifikation mit der neuen Seseke zu fördern. Der Fachdialog als zweite Säule beschäftigte sich damit, wasserwirtschaftliche und stadtplanerische Konzepte zu entwickeln und eine Plattform für die Kooperation von Kommunen und Wirtschaft zu schaffen.

Dialog mit pädagogischem Schwerpunkt: die
„Stufen zur Körne“

Eine wichtige Form des Dialogs ist auch die Bildungsarbeit. Beeindruckendes Beispiel hierfür: das Kunstwerk „Stufen zur Körne“ von Danuta Karsten. Dank der Unterstützung des Lippeverbands arbeitet die Künstlerin bereits seit 2009 begleitend zur Entstehung der Arbeit, die 2010 fertiggestellt wurde, kontinuierlich in einzelnen Projekten mit den Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Husen in Dortmund zusammen. Selbst in der Konzeptphase des Kunstwerks waren die Kinder und Jugendlichen involviert – durch die wie zufällig hingewürfelten Holzpodeste wurde ein neuer Zugang zum Fluss gleich hinter der Schule geschaffen. In der Projektarbeit werden nun biologische und ökologische Themen über den kunstpädagogischen Zugang in jedem Schuljahr auf eine neue Art und Weise gemeinsam erarbeitet. Und nicht selten findet der Unterricht direkt draußen auf den Stufen an der Körne statt.

Gerade längerfristig angelegte kunstpädagogische Projekte tragen dazu bei, das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler durch kreatives Arbeiten zu stärken. Sie lernen so, Interesse und Ausdauer zu entwickeln und an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Die Nachhaltigkeit dieses Projektansatzes ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor. Alle Arbeiten stehen jährlich unter einem bestimmten Themendach, z. B. „Wind und Klima“ oder „Licht und Wasser“. Am Ende des Schuljahrs werden die Ergebnisse jeweils bei einer Veranstaltung präsentiert. Das Konzept kommt an: Die Kinder und Jugendlichen sind mit Begeisterung und großem Engagement bei der Sache.

Lesen Sie hier die Berichte zur Projektarbeit 2013
und 2014.

Mitgestalten und Mitfeiern — Dialog vor Ort

Bürgerdialog ist mehr als sachliche Information. Natürlich gehört auch die Vorstellung von Daten, Fakten und Zusammenhängen dazu. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung, zur emotionalen Identifikation und zur Freude über das Erreichte.

Körnefest

Rund dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis aus der Körne wieder ein lebendiger Bach geworden ist. Mit der Entfernung der Sohlschalen hatten 80 Jahre Geschichte als offener Abwasserlauf ein Ende. Geschwungene, erlenbestandene Ufer locken nun freizeithungrige Besucher ins Grüne; Fuß und Radwege entlang des Bachs machen es ihnen leicht, ihr Ziel zu erreichen. Die Fertigstellung des Projekts wurde 2006 mit einem großen Fest gefeiert. Unter dem Motto „Augenblicke“ gab es entlang der gesamten Strecke von Dortmund-Scharnhorst bis zum Klärwerk Kamen viel zu erleben. Jazzbands traten ebenso auf wie eine Geschichtenerzählerin.
Naturwissenschaftlich Interessierte hatten die Möglichkeit, Flora und Fauna des neuen Gewässers unter dem Mikroskop zu betrachten. Wer alle Attraktionen erleben wollte, brachte am besten ein Fahrrad mit oder lieh sich vor Ort einen Drahtesel aus. Vorgestellt wurde auch eine wichtige Möglichkeit, aktiv an der weiteren Ausgestaltung des Gewässers mitzuarbeiten. Im Rahmen einer Bachpartnerschaft können sich Schülergruppen, aber auch Einzelpersonen für die ökologische Aufwertung eines Bachs engagieren. Sie helfen dabei, das Gewässer sauber zu halten, zu bepflanzen und zu beobachten.

Perspektiven und Visionen — Der Fachdialog

Der Seseke-Umbau ist von Anfang an mit Dialogveranstaltungen begleitet worden, bei denen sich die Kommunen, die gewerblichen Mitglieder des Verbandes und der Bergbau über Voraussetzungen, Ziele und Planungsrahmen des Projekts ausgetauscht haben. Bei den ersten drei Sesekekonferenzen 1992, 2000 und 2003 standen dabei der Sachstand und die finanziellen Rahmendaten im Mittelpunkt. 2006 war Wasserwirtschaft das zentrale Thema. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Umbaus der Seseke wurden die unterschiedlichen Perspektiven, Visionen und Meinungen über die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des neuen, sauberen Gewässers diskutiert. Der letzte Seseke-Dialog fand Mitte 2010 statt.

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