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Sesekemündung: Kunstwerk „Permakulturelle Seseke“ wird abgebaut

Die aktive Teilhabe der Menschen der Region war ein zentraler Aspekt des Kunstwerks „Permakulturelle Seseke“, das der niederländische Künstler Jeroen Doorenweerd zum Kulturhauptstadtjahr 2010 im Rahmen von ÜBER WASSER GEHEN realisiert hat – nun wird es zurückgebaut.

An der Mündung der Seseke in die Lippe inszenierte Doorenweerd eine Begegnungsstätte und Keimzelle für die Rückeroberung der neuen Uferflächen. Gemeinsam mit Experten und Lünener Bürgerinnen und Bürgern wurden ein Permakulturgarten geplant und erste Obstbäume, Kräuter und Sträucher gepflanzt. Ein ehemaliges Laborgebäude des Lippeverbands erhielt eine offene Holzpergola als Anbau und diente als Treffpunkt. Große drapierte Steine boten Sitzmöglichkeiten. Der Ort war vom Künstler als Einladung für die Menschen in Lünen konzipiert: Sie sollten ihn sich durch Gärtnern, Ernten oder andere Aktivitäten selbst aneignen und eigene Ideen zur Gestaltung einbringen – mit offenem Ergebnis.

Nach den ersten Schritten in 2010 gab es viele Versuche, den Platz nachhaltig für die Lünener Bürgerinnen und Bürger zu aktivieren, leider mit nur mäßiger Resonanz. Entsprechend hatte der Ort in der letzten Zeit mehr und mehr an Aufenthaltsqualität verloren. Nach intensiven Gesprächen haben sich der Lippeverband und die anderen Mitglieder des Lenkungskreises ÜBER WASSER GEHEN daher jetzt entschlossen, das Kunstwerk zurückzubauen. Keine leichte Entscheidung, aber es fehlte die Perspektive, das Objekt an diesem Ort für eine breite Öffentlichkeit zu erhalten.

Die Sesekemündung hat jedoch für die Stadt Lünen und den Lippeverband eine große Bedeutung: als wichtiger Anknüpfungspunkt zwischen dem Rundweg „Lüner Lippeaue“, dem Seseke-Weg und der Römer-Lippe-Route. Neben dem Abbau des Kunstwerks wird auch das alte Messgebäude des Lippeverbands abgerissen.