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Sonnige Eröffnungsfeier des neuen Kunstwerks
„Wachsender Steg“ in Kamen

Noch wird er von einer Konstruktion aus Stahlsäulen getragen – aber in einigen Jahrzehnten sollen die darunter gepflanzten jungen Roteichen diese Aufgabe übernehmen: Das baubotanische Kunstwerk „Wachsender Steg“ macht seinem Namen alle Ehre und lädt bereits heute dazu ein, die Blicke über die neue Flusslandschaft an der Seseke schweifen zu lassen. Als Aussichtspunkt, der sich vom Gelände der Gesamtschule Kamen bis zum Seseke-Weg an dem jüngst umgestalteten Fluss zieht, steht das Kunstwerk auch für die Rückeroberung von Meideräumen am ehemaligen Abwasserkanal. Am 20. Mai 2014 fand nun die feierliche Einweihung der Arbeit von Hannes Schwertfeger und Oliver Storz vom Bureau Baubotanik statt. Realisiert wurde der „Wachsende Steg“ von Urbane Künste Ruhr und der Stadt Kamen im Rahmen von ÜBER WASSER GEHEN – land gewinnen. Als Kuratorin zeichnet wieder Billie Erlenkamp verantwortlich.

Zahlreiche Gäste hatten sich bei herrlichem Sommerwetter zu der Veranstaltung an der Sportanlage der Gesamtschule Kamen eingefunden. Nach einer tollen musikalischen Eröffnung durch Schülerinnen und Schüler der Stufe 7 der Gesamtschule führte Moderatorin Melanie Weidemüller durch das Programm, welches mit kurzen Ansprachen von Hermann Hupe (Bürgermeister der Stadt Kamen), Ministerin Ute Schäfer (Landesministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport), Carola Geiß-Netthöfel (Regionaldirektorin des RVR), Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender des Lippeverbands) und Katja Aßmann (Künstlerische Leiterin der Urbane Künste Ruhr) startete. Passend zum feierlichen Anlass wurde anschließend ein Ginkgobaum neben dem Kunstwerk gepflanzt.

Die baubotanische Konstruktion „Wachsender Steg“ verbindet Kunst, Technik und Natur auf anschauliche Weise: Die Roteichen (Quercus rubra) verwachsen in den kommenden Jahrzehnten untereinander und „überwallen“ die Stahlstützen, bis sie diese schließlich ersetzen und die ganze Last des Stegs auf ihren Stämmen ruht. Langfristig begleitet wird das Projekt von der Gesamtschule Kamen, die Themen wie „Ökosysteme in urbanen Räumen“ in den Unterricht integriert und verschiedene Arbeitsgemeinschaften initiiert. Zudem übernehmen die Schülerinnen und Schüler einen Teil der Pflege des Kunstwerks und sie führen im angrenzenden Lehr- und Forschungspark baubotanische Langzeitversuche durch.

In der moderierten Diskussion mit Billie Erlenkamp, den Künstlern und Architekten des Bureau Baubotanik Hannes Schwertfeger und Oliver Storz, Schulleiter Dr. Klaus Hoffmann sowie einigen beteiligten Schülerinnen und Schülern wurde noch einmal deutlich, das Partizipation ein ganz wichtiger Aspekt des Projekts ist. Das Kunstwerk vermittelt eindrücklich die Bedeutung von Natur in der Infrastruktur von Städten. Durch ihre vielfältige Beteiligung setzen sich die Jugendlichen kreativ mit wichtigen Zukunftsthemen auseinander – denn schließlich ist es ihre Zukunft, die hier gestaltet wird. Mit einer Lebensdauer von einigen Hundert Jahren werden die Roteichen mit dem „Wachsenden Steg“ noch lange Zeit das Leben an der Seseke bereichern.

Eroeffnung_WachsenderSteg_2014